Starker Bizeps, schwaches Gehör 

Auch wenn dein Fitness-Center dich eigentlich fit halten sollte, kann es deine Ohren schädigen.

Laute Musik wird als wichtiger Teil von Fitness und Training im Studio betrachtet, doch mehrere Untersuchungen zeigen, dass die meisten Mitglieder genauso zufrieden sind, wenn sie ihre Übungen bei einer niedrigeren, harmloseren Lautstärke absolvieren.

Der Lärmpegel bei Fitness-Kursen ist oftmals unnötig hoch - über 85 dB. So das Ergebnis einer Studie von Wissenschaftlern des schwedischen Instituts für Arbeitsleben. Die Studie wurde in 32 Fitness-Kursen durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in einer Studie, die den Zusammenhang zwischen Lärm und körperlichem Training in Fitness-Centern untersuchte, veröffentlicht.

Zwei Trainer hatten leichtere Hörschäden. Nahezu alle Trainer und Mitglieder dachten, laute Musik würde zu einer besseren körperlichen Leistung führen. Doch laut der schwedischen Studie leisteten die Teilnehmer bei leiserer Musik die gleiche physische Arbeit. Die Musik hatte überhaupt keinen Einfluss auf das Leistungsniveau.

Forscher aus Johannesburg, Südafrika, untersuchten die Musikwahrnehmung von Aerobic-Kursteilnehmern bei unterschiedlichen Lautstärken. Die Teilnehmer bevorzugten Musik bei 85 dB, wo das Risiko eines Hörverlusts relativ gering ist. Drei von vier Teilnehmern empfanden diese Lautstärke als angenehm.

Die zunehmende Lautstärke motivierte nicht dazu, intensiver zu trainieren. Der Schallpegel wurde bis auf schädliche 97 dB erhöht. Ein Motivationsverlust und beginnende Unlust wurden erst sichtbar, als der Schallpegel unmittelbar darauf auf 80 dB gesenkt wurde.

Die allgemeine Schlussfolgerung aus beiden Studien ist, dass es keinen Grund dafür gibt, warum gesundes Training ungesund für die Ohren sein sollte.

Quelle: Journal of the American Academy of Audiology, Vol. 14, No. 1, 2003

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